Gehe zur homepage
Themen TeilnehmerInnen Organisationsteam Sponsoren

Klinische Psychologie , Univ.-Prof. Dr. Erich Raab

Sexualität und Partnerschaft bei Menschen mit geistiger Behinderung

von Reinhard Dobersek

Reinhard Dobersek
Maerzenkeller 2b
8850 Murau
Austria
Tel: +43 3532 3203
Tel: 0663 9240165
reinhard.dobersek
@murau.at
Poster
Klicken Sie hier für das Poster im Grossformat

In einer steiermarkweit angelegten Fragebogenuntersuchung wurden 50 Männer und Frauen mit geistiger Behinderung im Rahmen von Einzelbefragungen und verschiedenen Vortests über ihre allgemeinen Lebensziele und ihre Partnerschaftswünsche befragt. Die Lebensziele erfassen die Bereiche Gesundheit, Reichtum, soziale Anerkennung sowie den Wunsch nach Partnerschaft. Die Partnerschaftswünsche wurden mittels modifizierter Sternberg-Skala erhoben und differenzieren zwischen intimen, leidenschaftlichen und bindungsbezogenen Beziehungswünschen. Neben einer großen Anzahl von demographischen Daten (Fragen zur Person, Fragen zur Familie ) wurde auch Daten über Einsamkeit, soziale Isolation, die Beziehung zu Mutter und Vater, soziale Abhängigkeit sowie die Einstellung zu anderen behinderten Menschen, zu Sexualität sowie zum persönlichen Kinderwunsch erhoben. Zwei Drittel der geistig behinderten Untersuchungsteilnehmer glauben an die große Liebe, 75 % würden sehr viel tun, um eine Partnerschaft zu haben, 30 % wollen keine eigenen Kinder haben. Allerdings gibt die Hälfte der Befragten (15 bis 47 Jahre) an, noch nie eine feste Beziehung gehabt zu haben, zwei Drittel hatten zum Zeitpunkt der Untersuchung (Herbst 97/Frühjahr 98) keine feste Beziehung, in der es auch zum Austausch von Sexualität kommt. Im Vergleich mit der Kontrollgruppe "Nicht behindert" wünschen sich Menschen mit geistiger Behinderung mehr Gesundheit, mehr Reichtum, mehr soziale Anerkennung und mehr Partnerschaften. Bei der Art der Partnerwahl (intime, leidenschaftliche oder bindungsbezogene Partnerschaft) zeigen sich keine Unterschiede. Ebenso kein Unterschied besteht hinsichtlich "Sozialer Isolation" und der Beziehung zu den Eltern. Auffallend ist, daß Menschen mit geistiger Behinderung weniger sozial erwünscht geantwortet haben, einsamer sind und auch öfter ihre soziale Abhängigkeit darstellen. Der Wunsch nach Kindern ist bei geistig behinderten Menschen im Durchschnitt geringer.