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Sozialpsychologie , Univ.-Prof. Dr. Gerold Mikula

Gemeinsam von Anfang an - Eine Analyse sozialer Interaktionsformen zwischen behinderten und nichtbehinderten Kindern in einem Heilpädagogischen Kindergarten

von Mag. Petra Ruprechter

Mag. Petra Ruprechter
Karl-Morre Straße 48
8020 Graz
Austria
Tel: +43 316 553435
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Ausgehend von der Annahme, daß die Integration behinderter Menschen, wenn sie gelingen soll, im Kleinkindalter beginnen muß, war es Ziel dieser Untersuchung, aufzuzeigen, welche Interaktionen zwischen behinderten und nichtbehinderten Kindern in einem Heilpädagogischen Kindergarten stattfinden. Diese Interaktionen wurden weiters zu denen behinderter bzw. nichtbehinderter Kinder untereinander in Bezug gesetzt, um mögliche Unterschiede festzustellen und um nach Hinweisen zu suchen, wo Probleme im Kontakt liegen könnten. Dazu wurden Videoaufnahmen von Freispielszenen, in denen keine erzieherischen Maßnahmen gesetzt wurden, mit Hilfe eines Kategoriensystems ausgewertet.

Es zeigte sich, daß in den beobachteten Freispielszenen die nichtbehinderten Kinder meistens parallel zu anderen nichtbehinderten Kindern beschäftigt waren oder miteinander spielten, während die behinderten Kinder die meiste Zeit unbeschäftigt oder allein beschäftigt waren. Weiters ergab sich, daß die behinderten Kinder von den nichtbehinderten toleriert werden und daß einige behinderte Kinder auch sehr von den Aktivitäten der nichtbehinderten Kinder lernen.

Vor allem die Kinder, die über keine aktive Sprache verfügen, kaum in der Lage sind, sich längere Zeit mit etwas zu beschäftigen und auch keine Regeln einhalten können, fanden keinen Zugang zu den Aktivitäten anderer Kinder.

Mangelnde kommunikative Kompetenzen bei einem Großteil der behinderten Kinder, die relativ große Distanz zum eigentlichen Wohnort bei einigen behinderten Kindern, die altershomogene Guppenzusammensetzung und das ungewohnte Nicht-Eingreifen der Erzieherinnen im Freispiel, könnten unter anderem zu diesen Ergebnissen beigetragen haben.

Diese Ergebnisse zeigen deutlich, daß die Integration schon ein schönes Stück vorangekommen ist und daß der Weg zu einem selbstverständlichen und ungehinderten Miteinander im Gehen entsteht, und zwar gemeinsam, von Anfang an.