![]() |
| |||||||||||||||||||||
| Die Gewalttäter-Gewaltopfer-Problematik in ländlichen Hauptschulklassen war Gegenstand der vorliegenden Untersuchung. Es wurde die Bedeutung von Alter und Geschlecht, sowie der Einfluß sozialer und familiärer Strukturen auf Aggressionsverhalten untersucht. Ziel der Untersuchung war es, das im skandinavischen Bereich erfolgreich angewandte Interventionsprogramm von Dan Olweus auf seine Effektivität hin zu prüfen. Das Interventionsprogramm, das Maßnahmen auf der Schulebene, der Klassenebene und der persönlichen Ebene vorsieht, wurde an je einer Klasse der 6. und der 8. Schulstufe einer steirischen Hauptschule in einem Zeitraum von zehn Wochen durchgeführt. Die Kontrollgruppe wurde mit SchülerInnen derselben Schulstufen an einer anderen Hauptschule der Steiermark gebildet. Insgesamt nahmen an der Untersuchung 49 Mädchen und 48 Buben teil. Die Anwendung des Programmes führte entgegen den Erwartungen zu keiner signifikanten Reduktion des Aggressionspotentials der SchülerInnen der Versuchsschule gegenüber der Kontrollgruppe. Als mögliche Ursachen für die widersprüchlichen Ergebnisse werden unter anderen mangelnde Motivation, eine zu kurze Durchführungsdauer und die unvollständige Einbettung des Programmes im Schulsystem diskutiert. Alters- und Geschlechtsunterschiede konnten nur teilweise der Literatur entsprechend abgebildet werden. Es konnte jedoch die Bedeutung eines emotional positiven Familienklimas durch einen signifikanten Zusammenhang zwischen Familienklima und Aggressionspotential aufgezeigt werden.
|