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| In vielen Situationen zeigt sich, daß derselbe Sachverhalt von verschiedenen Beobachtern als ungerecht oder nicht ungerecht beurteilt wird, und aus diesen Meinungsunterschieden Konflikte resultieren. Da zur Bewertung einer Situation Informationen gesucht und verarbeitet werden müssen, könnten Unterschiede in den Informationsverarbeitungsstrategien der Beobachter mit zu derartigen Differenzen beitragen. Ziel der vorliegenden Diplomarbeit war daher zu untersuchen, ob Zusammenhänge bestehen zwischen Menge und Art der Information, die beim Fällen eines Ungerechtigkeitsurteils berücksichtigt wird, und unterschiedlichen Ausprägungen zweier spezieller Informationsverarbeitungsmerkmale („Bedürfnis nach – kognitiver – Struktur", womit der Wunsch möglichst rasch gesichertes Wissen zu erlangen gemeint ist, und „Engagement und Freude bei Denkaufgaben"). Dazu sollten die Versuchspersonen (Psychologiestudenten in den ersten Semestern) eine Situation, die nur in den Grundzügen beschrieben wurde, hinsichtlich ihrer Ungerechtigkeit beurteilen. Alle Informationen, die sie dafür als notwendig erachteten, erhielten sie, indem ihnen Fragen, die sie zuerst schriftlich formuliert hatten, mit „ja" oder „nein" beantwortet wurden. Danach hatten sie ein Urteil (ungerecht oder nicht ungerecht) zu fällen und Fragebögen zu den beiden Informationsverarbeitungsmerkmalen auszufüllen. Die von den Versuchspersonen erfragten Informationen wurden bei der Auswertung einer von 27 Kategorien zugeordnet. Es zeigte sich, daß Personen mit einem höheren (im Vergleich zu Personen mit einem geringeren) Bedürfnis nach Struktur weniger gerechtigkeitsrelevante Aspekte der Situation erfragten und weniger an der sozialen Position der beteiligten Personen interessiert waren. Weiters fragten sie häufiger danach, was bzw. wer die Situation verursacht habe. Personen mit größerem Engagement und größerer Freude bei Denkaufgaben fragten öfters nach der Bedeutsamkeit des Vorgefallenen als Personen mit geringerer Ausprägung dieses Merkmals.
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