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Allgemeine Psychologie , Univ.-Prof. Dr. Dietrich Albert

Konstruktion und empirische Überprüfung eines Schlagzeugtests

von Mag. Mario Rappitsch

Mag. Mario Rappitsch
Rassnitz 52
8720 Knittelfeld
Austria
Tel: +43 3512 83757
mario.rapp
@aon.at
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In dieser Untersuchung wurde im Rahmen des Fachgebietes der „kognitiven Psychologie" ein Schlagzeugtest konstruiert, mit dessen Hilfe eine präzise Diagnose einer bestimmten Schlagzeugfertigkeit ermöglicht werden sollte. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der sogenannten „unabhängigen Koordinationsleistung". „Unabhängig" Schlagzeug zu spielen bedeutet, daß der Schlagzeuger in der Lage ist, gleichzeitig mit unterschiedlichen Extremitäten (rechte Hand, rechter Fuß, linke Hand, linker Fuß) unterschiedliche Notenwerte (Viertel, Achtel, Achtel-Triolen, Sechzehntel) zu spielen. Ein Beispiel einer zu lösenden Aufgabe einer der 68 Versuchsteilnehmer war, am Schlagzeug durchgehend bis zu 2 Minuten mit der rechten Hand „Triolen-Notenwerte" und gleichzeitig mit der linken Hand „Achtel-Notenwerte" (also unterschiedliche Notenwerte) zu spielen.

Schlagzeugaufgaben wurden systematisch konstruiert, indem für die Koordinationsleistung maßgebliche Komponenten (Extremitäten) und deren Komponenteneigenschaften (Notenwerte) postuliert und in der Folge geordnet wurden. Durch die systematische Kombination dieser Eigenschaften (beispielsweise die Kombination Eigenschaft „Viertel" mit Eigenschaft „Achtel") entstand eine Aufgabenmenge von 299 Aufgaben, wobei von diesen 38 prototypisch selektiert und in eine hypothetische Aufgabenstruktur (ähnelt einem Baumdiagramm, wobei die schwierigsten Aufgaben am „Wipfel" und die leichtesten an der Baumwurzel stehen) gebracht wurden. Die Struktur wurde so aufgebaut, daß beispielsweise Aufgaben mit 4 gleichzeitig gespielten Extremitäten (schwierig zu spielen) aus 2 Aufgaben mit jeweils 3 Extremitäten (etwas weniger schwierig zu spielen) bestand. Zwischen den Aufgaben wurde eine sogenannte „vermutete Beziehung" (gerichtete Aufgabenbeziehung) definiert, die unter anderem besagt, daß jemand, der eine Aufgabe mit 4 Extremitäten lösen kann auch jene Aufgaben mit 3 Extremitäten lösen kann, aus denen die 4-Extremitäten-Aufgabe zusammengesetzt ist. Zweck dieser Struktur ist, daß man durch diese vorgegebene Ordnung der Aufgaben gezielt und schnell diagnostizieren kann, indem man eine Aufgabe der Struktur vorgibt, und je nach dem, ob diese gelöst wurde oder nicht, eine der Struktur nach schwierigere oder leichtere Aufgabe vorlegt.

Eine der Hypothesen besagte, daß jemand, der eine in der Aufgabenstruktur höher strukturierte Aufgabe lösen kann, auch die darunter (im Baumdiagramm unterhalb liegende Ebene) strukturierten Aufgaben lösen kann. Meßgrößen zur Überprüfung der Hypothesen waren unter anderem die Lösungshäufigkeiten (wie oft wurde eine Aufgabe gelöst): je höher strukturiert die Aufgabe war, desto schwieriger sollte sie zu spielen sein und desto weniger oft sollte sie nach der Hypothese gelöst werden. Die Resultate wiesen lediglich geringfügige Abweichungen von den Idealresultaten im Sinne der Hypothesen auf.