Gehe zur homepage
Themen TeilnehmerInnen Organisationsteam Sponsoren

Methodik , Univ.-Prof. Dr. Helmut Huber

Konzentrationsleistung und Prüfungsangst

von Mag. Ingo Spörk

Mag. Ingo Spörk
Am Sonnenhang 223
8124 Übelbach
Austria
Tel: +43 3125 2135

Ziel der vorliegenden Arbeit war die Erstellung und Validierung der spanischen Form eines Konzentrationsleistungstests (Progressive Test-Serie). Weiters wurde der Zusammenhang zwischen Konzentrationsleistung und einzelnen Komponenten der Prüfungsangst empirisch überprüft. Die Progressive Test-Serie (PTS; Gittler & Tanzer, 1990) ist ein neues Instrument zur Erfassung kurzzeitiger Konzentrationsleistung und setzt sich aus acht Subtests („Testebenen") zusammen, die zeitlimitiert vorgegeben werden. Der Komplexitätsgrad der zu bearbeitenden Aufgaben nimmt hierarchisch mit der Anzahl der durchlaufenen Testebenen zu. Während die Items der unteren Testebenen (Subtests M, A, B) einfache Basisleistungen wie z.B. sensomotorische Schnelligkeit erfassen, schließen die oberen Testebenen (Subtests F, G) aufgrund der beträchtlichen kognitiven Anforderungen Aspekte der „Fluid Intelligence" ein.

Zunächst wurde das deutschsprachige Instrument von mir ins Spanische übersetzt. Diese erste spanische Version wurde dann mittels einer unabhängig durchgeführten Rückübersetzung revidiert. Die revidierte spanische Form wurde schließlich an der Universidad de La Laguna einer Stichprobe von 207 spanischsprachigen Studierenden der Psychologie gemeinsam mit einer Reihe weiterer Tests und Fragebögen vorgegeben. Die Ergebnisse bestätigen die Konstruktvalidität der spanischen Form der PTS.

Die Annahme, daß es einen Zusammenhang zwischen Prüfungsangst und Konzentrationsleistung gibt, brachte ein differenziertes Ergebnis. So konnten nur für einige Komponenten der Prüfungsangst („Interference", „Confidence" und „Curiosity") statistisch signifikante Zusammenhänge mit einzelnen Subtests der PTS gefunden werden. Außerdem zeigten sich in den Komponenten „Confidence" und „Bodily Symptoms" signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede. Die Ergebnisse gehen in die Richtung, daß Männer in Prüfungssituationen mehr Vertrauen in die eigene Leistung haben als Frauen, und daß Frauen andererseits in solchen Situationen vermehrt über körperliche Begleiterscheinungen berichten.