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| In der vorliegenden Arbeit wurde anhand derartiger syllogistischer Aufgaben die Denkentwicklung bei Kindern und Jugendlichen im Sinne des Entwicklungsmodells von Jean Piaget untersucht. Diesem Modell zufolge läßt sich geistige Entwicklung als kontinuierlicher Prozeß beschreiben, in dessen Verlauf sich nacheinander qualitativ unterschiedliche Entwicklungsstadien aufgrund spezifischer Denkstrukturen abgrenzen lassen. Dazu wurde das Antwortverhalten von 418 Schülerinnen und Schülern (dritte bis achte Klasse AHS) in einem selbstentwickelten Syllogismentest analysiert, in welchem u. a. der Inhalt der Aufgaben variiert wurde (konkret, abstrakt, kontraintuitiv). Die Ergebnisse zeigten, daß sich aufgrund ihres qualitativ unterschiedlichen Antwortverhaltens drei Personengruppen unterscheiden ließen, die in Anlehnung an das Entwicklungsmodell von Piaget sinnvoll interpretiert und angeordnet werden konnten. Demnach befand sich die erste Gruppe noch im konkreten und die dritte Gruppe bereits im formalen Denkstadium. Die zweite Gruppe befand sich in einer Übergangsphase zwischen diesen beiden Stadien. In dieser Gruppe wurden die Aufgaben mit konkretem Inhalt ähnlich wie im formalen Stadium, die Aufgaben mit abstraktem und kontraintuitivem Inhalt ähnlich wie im konkreten Stadium beantwortet. Die Anwendbarkeit der Denkoperationen hing also vor allem in dieser Phase vom jeweiligen Aufgabeninhalt ab. Weitere Analysen ergaben zwar Altersunterschiede zwischen diesen Personengruppen, allerdings waren in allen Schulstufen jeweils alle drei Gruppen relativ stark vertreten. Das Eintrittsalter in die jeweiligen Stadien variierte also interindividuell beträchtlich. Verständnisprobleme bei bestimmtem Lernstoff könnten also teilweise darauf zurückgeführt werden, daß die dafür notwendigen Denkstrukturen noch nicht vorhanden sind.
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