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| Die präsentierte Pilotstudie stellt einen Versuch dar, die Wissensraum - Theorie von Doignon und Falmagne im Bereich der Diagnostik psychopathologischer Merkmale anzuwenden. Abhängigkeiten zwischen Symptomen oder Persönlichkeitsmerkmalen können in einem mathematischen Modell derart präzisiert werden, daß vom Vorhandensein eines Merkmals auf das Vorhandensein eines oder mehrerer anderer Merkmale geschlossen werden kann. Durch die Nutzung von Abhängigkeitsbeziehungen werden Merkmale zu spezifischen Störungsbildern kombiniert. Diese Merkmalskombinationen werden als Merkmalszustände bezeichnet, ihre Gesamtheit ergibt eine Merkmalsstruktur, anhand derer eine präzise und ökonomische Diagnose individueller Merkmalszustände erfolgen kann. Um diese Abhängigkeitsbeziehungen zu etablieren, setzten zwei Experten Symptome der DSM IV Persönlichkeitsstörungen, sowie ausgewählte Persönlichkeitsmerkmale im Rahmen einer computerunterstützten Befragungsprozedur miteinander in Beziehung. Da das Computerprogramm aus bereits gegebenen Antworten der Experten Schlußfolgerungen zieht, läuft die Befragung besonders ökonomisch ab. Die insgesamt vier Befragungen ergaben relativ komplexe Strukturen, die im weiteren zu reinen Symptomstrukturen reduziert werden konnten. Da die Strukturen der Experten allerdings inhaltlich voneinander abweichen, sollte vorerst auf die Anwendung einer derart ökonomischen Befragungsprozedur verzichtet werden, um die Befragungsbedingungen beispielsweise durch Vorgabe aller relevanten Fragen zu optimieren. Die Konzepte der Wissensraum – Theorie erscheinen bei verbesserter Frageprozedur jedoch durchaus geeignet für den Bereich der Psychopathologie und stellen eine vielversprechende Grundlage für eine weitere Systematisierung und Präzisierung der psychopathologischen Diagnostik dar.
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