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Allgemeine Psychologie , Univ.-Prof. Dr. Dietrich Albert

Wahrscheinlichkeitsrechnung: wo liegen die Schwierigkeiten? Ein Beitrag zu neuen, objektiveren und effizienteren Ansätzen zur Wissensdiagnose

von Gerhard Hermann

Gerhard Hermann
Hans-Mauracher Straße 13
8044 Graz
Austria
Tel: +43 316 392043
gerhard.hermann
@kfunigraz.ac.at
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Wie können möglichst effizient und zuverlässig Lerndefizite festgestellt werden? Welche Lernpfade sind für entsprechende Lernmaßnahmen am geeignetsten? Dies zeigt anhand sogenannter Urnenbeispiele ein am Institut für Allgemeine Psychologie in Graz entwickeltes computerisiertes Test- und Lernsystem für die elementare Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Darauf nehmen die Überlegungen zur vorliegenden Arbeit bezug. Textaufgaben können und sollen unterschiedliche situative und sprachliche Inhalte haben, also nicht nur Urnenaufgaben sein. Computerdisketten und Frühstückseier liefern hier weitere mögliche Inhalte. Es wurde untersucht, wie die Schwierigkeiten beim Lösen dieser Aufgaben aussehen, beziehungsweise ob und wie diese miteinander verglichen werden können. Zur Überprüfung der Annahmen hatten Schüler/innen entsprechend konstruierte Aufgaben zu lösen.

Wenn eine Urnenaufgabe mit bestimmten mathematischen Anforderungen gelöst wird, dann können auch Beispiele mit bestimmten anderen Anforderungen gelöst werden. Es zeigt sich, daß dies bei entsprechend gleichen mathematischen Anforderungen auch für Aufgaben der Kategorien „Frühstück" und „Urne" gilt. Es kommt zu keiner Veränderung der Schwierigkeitsbeziehungen zwischen den Aufgaben. Textbeispiele unterschiedlicher Inhalte und sprachlicher Formulierung scheinen hingegen auch bei gleichen mathematischen Anforderungen nicht generell miteinander vergleichbar zu sein. Ein Mensch löst Diskettenbeispiele leichter als Urnenbeispiele. Bei einer anderen Person ist es unter Umständen umgekehrt. Dieser Aspekt ist bei der Aufgabenauswahl für tutorielle Systeme zu berücksichtigen.