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Entwicklungspsychologie , Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel

Ich schaff' das schon! - I can cope! Wie österreichische und amerikanische Jugendliche mit belastenden Ereignissen umgehen.

von Gabriele Niederl

Gabriele Niederl
Liebiggasse 19 / 3 / 12
8010 Graz
Austria
Tel: +43 316 347934
gabriele.niederl
@kfunigraz.ac.at
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Streit mit den Eltern, Prüfungsstreß, Umzug an den Studienort und damit verbundene Veränderungen im Freundeskreis sind Probleme, mit denen 18- bis 21-jährige studierende Jugendliche in Österreich wie in Amerika konfrontiert sind. Ziel dieser Untersuchung ist es zu zeigen, wie die Belastung durch derartige Probleme eingeschätzt wird und auf welche Art Jugendliche versuchen damit umzugehen. Dabei wird, basierend auf der transaktionalen Streß- und Bewältigungstheorie von Lazarus und Folkman, zwischen problem- und emotionsorientierter Bewältigung unterschieden. Problemorientierte Bewältigung zielt direkt auf die Veränderung der belastenden Situation ab (z.B. mehr lernen bei schlechtem Studienerfolg), emotionsorientierte hingegen auf den Umgang mit Gefühlen, die durch die Belastung ausgelöst werden (z.B. sich wegen eines Streits betrinken).

Weitere Fragen dieser Arbeit beschäftigen sich damit, ob das Persönlichkeitsmerkmal der Generalisierten Selbstwirksamkeitserwartung - das ist die Überzeugung einer Person durch eigenes Handeln bestimmte Ziele erreichen zu können - die Wahl der Bewältigungsstrategien beeinflußt und ob es kulturelle Unterschiede im Bewältigungsverhalten gibt. 101 amerikanische und 103 österreichische Studierende nahmen an dieser Fragebogenuntersuchung teil.

Die in den Bereichen Familie, Freundeskreis und Studium beschriebenen Probleme sind zu 88,2% alltägliche Belastungen und zu 11,8% kritische Lebensereignisse wie beispielsweise der Tod eines Elternteils. Fast die Hälfte dieser belastenden Situationen wird von den Jugendlichen problemorientiert bewältigt, 14% emotionsorientiert und in den restlichen 36% kommen beide zur Anwendung. Obwohl amerikanische Jugendliche höhere Werte in der Skala zur Generalisierten Selbstwirksamkeit haben als österreichische, d.h. eher glauben, die Erreichung eines Ziels durch das eigene Verhalten beeinflussen zu können, zeigt sich kein Unterschied im Bewältigungsverhalten zwischen amerikanischen und österreichischen Jugendlichen.