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Entwicklungspsychologie , Univ.-Prof. Dr. Roswith Roth

Auffälligkeiten im Vorschulalter in bezug auf unterschiedliche Leistungen in Intelligenz und Sprache

von Birgit Edlinger

Birgit Edlinger
Hauptstrasse 2
8605 Parschlug
Austria
Tel: +43 3862 35144
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Grundlage meiner Arbeit bildet das Konfluenzmodell von Zajonc, welches in den 70er Jahren entwickelt wurde, um Leistungen von Kindern in Abhängigkeit von ihrer Familienstruktur zu erklären. Bei diesem Modell wird davon ausgegangen, daß sich bestimmte Aspekte der Familienstruktur, wie z.B. Familiengröße, Anzahl und Geschlecht der Kinder oder Geburtsabstände zwischen den Geschwistern, auf intellektuelle Fähigkeiten der Kinder auswirken. Mit Hilfe des SON-R 2 1/2-7 Intelligenztests und dem KISTE Kindersprachtest wurde in meiner Arbeit versucht, dieses Modell auf seine Gültigkeit hin zu überprüfen. Anhand eines eigens dafür entworfenen soziodemographischen Fragebogens wurden die wichtigsten Daten für jedes Kind, wie z.B. Geschlecht, Familiengröße, Geschwisterposition, erfaßt und ausgewertet. Die Untersuchung fand in mehreren Kindergärten im Mürztal statt und jedes Testverfahren wurde als Einzeltest durchgeführt. Da im ursprünglichen Modell der soziale Status eher vernachlässigt wurde, wurde er in meiner Untersuchung als vielleicht wichtiger Einflußfaktor miterhoben. Die Auswertung der Daten meiner Untersuchung ergab, daß kein einzelner isolierter Faktor unterschiedliche Leistungen erklären kann. Vielmehr zählen das Geschlecht und der soziale Status zu den Hauptfaktoren, die die unterschiedliche Leistungen im intellektuellen und sprachlichen Bereich hervorbrachten. Und hier erzielten Mädchen bessere Leistungen sowohl im Intelligenz- als auch im sprachlichen Bereich in Abhängigkeit von der sozialen Schicht, der sie angehörten, aber weitgehend unabhängig von einzelnen Faktoren der Familienstruktur.Gesamt gesehen dürften auch andere Faktoren eine wesentliche Rolle spielen, um Leistungsunterschiede bei Vorschulkindern zu erklären. In meiner Untersuchung konnte demnach das Konfluenzmodell nicht bestätigt werden. Dieses Ergebnis läßt vermuten, daß verstärkt außerfamiliäre Umwelten die intellektuellen Leistungen eines Vorschulkindes beeinflussen.