Die Erinnerungen der Ayoréode an die Jesuiten und an das
Leben in den Reduktionen lassen sich in zwei Hauptpunkten zusammenfassen:
Erstens war ihnen die Kultur der Cojñone sehr fremd und
die Ayoréode hatten enorme Schwierigkeiten, sich diesem
Leben anzupassen. Diese Erfahrung wiederholt sich in der Gegenwart,
bis heute haben die Ayoréode keine Form des Zusammenlebens
mit den Cojñone gefunden, die ihnen ein würdiges Leben
ohne grössere Konflikte und gemäss ihrer kulturellen
Identität ermöglicht.
Zweitens zeigen die Mythen den Ayoréode gangbare und akzeptable
Modelle für den Umgang mit den Cojñone: die Jesuiten
verteilten die Güter, von denen sie so viele hatten, die
Ayoréode mussten zwar hart arbeiten, doch wurden sie dafür
gerecht entschädigt. Einen solchen idealen und gerechten
Tausch suchen die Ayoréode noch heute, wenn sie für
die Cojñone arbeiten.
Arbeiten und Projekte mit Jäger- und Sammlervölkern,
deren Lebens- und Denkart so völlig anders ist, als die kapitalistische
Produktionsweise es erfordert, hatten bis heute in den Augen der
Fortschrittsgläubigen enttäuschend wenig Erfolg. Es
ist äusserst schwierig, einen Weg zu finden, der beide Seiten
zufriedenstellt, und es kann nur gelingen, wenn jeder vom anderen
lernt. Doch nach den Mythen zu urteilen hatten schon die Jesuiten
damals die gleichen Probleme, wie heute die Verfechter des Fortschritts.
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