Bolivia | La Gran Chiquitania |  
Schlussfolgerungen
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Die Erinnerungen der Ayoréode an die Jesuiten und an das Leben in den Reduktionen lassen sich in zwei Hauptpunkten zusammenfassen:

Erstens war ihnen die Kultur der Cojñone sehr fremd und die Ayoréode hatten enorme Schwierigkeiten, sich diesem Leben anzupassen. Diese Erfahrung wiederholt sich in der Gegenwart, bis heute haben die Ayoréode keine Form des Zusammenlebens mit den Cojñone gefunden, die ihnen ein würdiges Leben ohne grössere Konflikte und gemäss ihrer kulturellen Identität ermöglicht.

Zweitens zeigen die Mythen den Ayoréode gangbare und akzeptable Modelle für den Umgang mit den Cojñone: die Jesuiten verteilten die Güter, von denen sie so viele hatten, die Ayoréode mussten zwar hart arbeiten, doch wurden sie dafür gerecht entschädigt. Einen solchen idealen und gerechten Tausch suchen die Ayoréode noch heute, wenn sie für die Cojñone arbeiten.

Arbeiten und Projekte mit Jäger- und Sammlervölkern, deren Lebens- und Denkart so völlig anders ist, als die kapitalistische Produktionsweise es erfordert, hatten bis heute in den Augen der Fortschrittsgläubigen enttäuschend wenig Erfolg. Es ist äusserst schwierig, einen Weg zu finden, der beide Seiten zufriedenstellt, und es kann nur gelingen, wenn jeder vom anderen lernt. Doch nach den Mythen zu urteilen hatten schon die Jesuiten damals die gleichen Probleme, wie heute die Verfechter des Fortschritts.

 

aus: Kuehne, "Martin Schmid 1694-1772 Missionar-Musiker-Architekt"